Ein Fendt Fix 2 trieb über einen Riemen den Dreschwagen an.(Fotos Heidi Wolf, LGS 2025)
Trachtenverein Pastritztaler zeigte schwere Bauernarbeit von früher
Dreschen früher war eine harte und staubige Arbeit! Wie schwer sie war, demonstrierte der Heimat- und Volkstrachtenverein „Pastritztaler“ Schafberg am Sonntag auf der Landesgartenschau. Ein Fendt Fix 2 mit 19 PS, der in der Zeit zwischen 1959 und 1964 gebaut wurde, trieb über einen Riemen den 71 Jahre alten Esterer Dreschwagen an, auf dem zwei Männer die Getreidegarben in die Trommel sortierten. Die Reaktionen der Besucherinnen und Besucher reichten – je nach Alter – von „Das kenne ich noch aus meiner Kindheit oder Jugend“ bis „Das habe ich noch nie gesehen“, berichtete der frühere Vorsitzende Josef Bauer, der jeden einzelnen Arbeitsschritt erklärte.

Die Männer auf dem Dreschwagen sortierten die Getreidegarben in die Trommel. Das Korn wurde in den Säcken gesammelt und weggetragen. Das gedroschene Stroh schnürten die Helfer zu Bündeln zusammen.
Mit Aktionen wie auf der Landesgartenschau wollen die Pastritztaler dazu beitragen, dass altes Handwerk und bäuerliche Arbeitsmethoden nicht vergessen werden. „Wir sehen darin einen Kulturauftrag“, betont Josef Bauer. Beim kleinen Drescherfest waren viele Vereinsmitglieder im Einsatz: Garben mit der Gabel aufspießen und an die Männer auf dem Dreschwagen weitergeben, das gedroschene Stroh zu großen Bündeln zusammenbinden, das Korn in den Säcken wegtragen. „Wir haben den Roggen auf einem Feld in Dieberg angebaut. Das Korn verarbeiten wir in der Hammerschmiede zusammen mit Dinkelmehl zu Brot. 30 Laibe können wir backen“, berichtete Bauer.

Das Dreschen mit dem Dreschflegel war Knochenarbeit.
Ein Dreschwagen – noch dazu einer mit Sackheber – bedeutete im bäuerlichen Alltag schon eine Riesenerleichterung. Noch viel mehr Kraft und Zeit war beim Drischeldreschen notwendig: Mit einem Dreschflegel wurde so lange auf das Getreide eingeschlagen, bis die Körner heraussprangen. Vier Männer demonstrierten diese Methode, arbeiteten im Uhrzeigersinn und im Takt, den Josef Bauer vorgab. Anschließend konnten Besucherinnen und Besucher diese Art des Dreschens selbst ausprobieren. „Das ist Knochenarbeit“, stellte ein junger Mann schon nach wenigen Minuten fest. „Heute kommt der Mähdrescher und besorgt alles in einem einzigen Arbeitsgang“, beschrieb Josef Bauer den riesigen Unterschied zwischen früher und heute.